{"id":1836,"date":"2012-03-27T20:08:34","date_gmt":"2012-03-27T20:08:34","guid":{"rendered":""},"modified":"2012-03-27T20:08:34","modified_gmt":"2012-03-27T20:08:34","slug":"assyrische-christen-im-nahen-osten-issa-hanna-zu-gast-beim-quickborn-arbeitskreis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ado-world.com\/en\/assyrische-christen-im-nahen-osten-issa-hanna-zu-gast-beim-quickborn-arbeitskreis\/","title":{"rendered":"Assyrische Christen im Nahen Osten \u2013 Issa Hanna zu Gast beim Quickborn-Arbeitskreis"},"content":{"rendered":"<div>Assyrische Christen im Nahen Osten &ndash; Issa Hanna zu Gast beim Quickborn-Arbeitskreis<\/p>\n<p>Ein sehr informatives Wochenende erlebten die Teilnehmer der Tagung zum Thema &bdquo;Die Assyrischen Christen und ihre Perspektiven im Nahen Osten&ldquo; am 16.\/17.03.2012 auf Burg Rothenfels am Main. Referent war Issa Hanna, 2. Vorsitzender der Assyrisch Demokratischen Organisation\/Europa (ADO) aus Augsburg. Zu der Veranstaltung eigeladen hatte der Quickborn-Arbeitskreis des Ost-West-Kreises, einer Gemeinschaft von katholischen Christinnen und Christen aller Altersgruppen.<br \/>\nBericht von Marianne Br&uuml;ckl<br \/>\nZahlreiche interessierte Katholiken nahmen an diesem Tagungswochenende des Arbeitskreises Quickborn auf Burg Rothenfels teil, um mehr &uuml;ber die Assyrischen Christen und die syrisch-orthodoxe Kirche zu erfahren. Nicht nur die religi&ouml;sen, sondern auch die politischen Perspektiven in der aktuellen Umw&auml;lzungsphase im Nahen Osten waren Thema des Vortrages von Issa Hanna, dem 2. Vorsitzenden der Assyrisch Demokratischen Organisation, Sektion Europa. <br \/>\nGlaubenslehre der syrisch-orthodoxen Kirche und ihre Hierarchie<br \/>\nIn seiner Einf&uuml;hrung am Freitagabend vermittelte Issa Hanna den Tagungsteilnehmern Kenntnisse &uuml;ber die Glaubenslehre der syrisch-orthodoxen Kirche zu Antiochien und die Entwicklung der hierarchischen Strukturen. Er zeigte dabei die &Auml;hnlichkeiten zwischen der syrisch-orthodoxen und der katholischen Kirche auf. Sowohl die Antiochenisch Syrisch-Orthodoxe Kirche als auch die R&ouml;misch-Katholische Kirche stimmen im Glauben an den einen Herrn und Gott Jesus Christus absolut &uuml;berein, so dass eine v&ouml;llige gegenseitige Anerkennung besteht. Der Referent bezog sich in seinen Ausf&uuml;hrungen auf den Inhalt des im Jahr 1971 zwischen Papst Paul VI. und Mor Ignatius III geschlossenen Vertrages, in dem diese glaubensm&auml;&szlig;ige &Uuml;bereinstimmung fixiert worden war. Darin bekannten sich beide Kirchenoberh&auml;upter dazu, dass hinsichtlich des Wortes Gottes Jahrhunderte hindurch nur in den unterschiedlichen theologischen Ausdrucksweisen, in denen dieser Glaube ausgesagt wurde, Schwierigkeiten bestanden h&auml;tten. <\/p>\n<p>Im zweiten Dekret vom Jahr 1984 zwischen Papst Johannes Paul II und Mor Ignatius Zakka I. hatten die Kirchenoberh&auml;upter die Beziehungen zwischen den beiden Schwesterkirchen bekr&auml;ftigt, der Kirche von Rom und der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien.<br \/>\nAls Ursache f&uuml;r Eigenst&auml;ndigkeit der beiden Kirchen wird lediglich die unterschiedliche Hierarchie angesehen. So existieren im syrisch-orthodoxen Glauben drei sakrale Weihestufen ( Diakonat, Presbytorat und Epeskopat). Zudem ist die hierarchische Reihenfolge festgelegt (S&auml;nger, Leser, Subdiakon, Archidiakon, Priester, Chorepiskopos, Episkopos, Metropolit, Katholikos und Patriarch). Auch heute noch gelten diese strengen Hierarchiestufen, die in der ersten H&auml;lfte des 2. Jahrhunderts entstanden sind, in der syrisch-orthodoxen Kirche als verbindlich. <\/p>\n<p>Geschichte und Entwicklung der christlichen Assyrer bis heute&nbsp; <\/p>\n<p>Einen umfassenden &Uuml;berblick zur geschichtlichen Entwicklung der Assyrer bis in die Gegenwart gab der 2. Vorsitzende der ADO Hanna am Samstagvormittag. Er erl&auml;uterte dabei nicht nur die religi&ouml;sen Aspekte, sondern behandelte auch die politischen Hintergr&uuml;nde. <\/p>\n<p>Die assyrischen Christen&nbsp; gelten als Nachfahren der&nbsp; altorientalischen V&ouml;lkerschaften der Assyrer, Chald&auml;er und Aram&auml;er. Durch den Minderheiten- Status habe das assyrische Volk im Verlauf der Geschichte sehr viel Unterdr&uuml;ckung&nbsp; und Dezimierung erfahren. Die Assyrischen Christen seien&nbsp; gegenw&auml;rtig in den Nahost-Staaten Irak, Syrien, T&uuml;rkei, Libanon sowie in den westlichen L&auml;ndern und in &Uuml;bersee beheimatet, so Hanna. Seit dem&nbsp; 19. Jahrhundert, mit Beginn des&nbsp; modernen Nationalgedankens in Europa, der sich auch nach Asien und Afrika ausbreitete, sei Anfang des 20. Jahrhunderts auch bei den Christen eine nationale Bewegung entstanden. Ungeachtet der&nbsp; jeweiligen Konfessionszugeh&ouml;rigkeit bekenne sich heute ein Gro&szlig;teil der syrischen Christen zur Nation der Assyrer. Die Assyrisch Demokratischen Organisation, die&nbsp; 1957 in Syrien als nationale, politische und demokratische Bewegung mit dem Ziel gegr&uuml;ndet worden war, die Existenz des christlichen assyrischen Volkes im Nahen Osten in voller Verwirklichung ihrer nationalen Rechte zu bewahren sei heute im Hinblick auf die aktuelle prek&auml;re Situation der Assyrer in ihren Heimatl&auml;ndern mehr als notwendig. Gerade durch wachsende Repressionen und Mordanschl&auml;ge werde die Lage versch&auml;rft. Als nicht legitimierte politische Partei w&uuml;rde deren eigenst&auml;ndige kulturelle oder politische Bet&auml;tigung vom syrischen Regime als eine das System gef&auml;hrdende Opposition begriffen und vom syrischen Geheimdienst aufs sch&auml;rfste kontrolliert. Durch Razzien, &Uuml;bergriffe, willk&uuml;rliche Verhaftungen und mit Folter werde systematisch versucht, die Bewegung zu eliminieren. So waren z.B. im Mai 2011 von syrischen Sicherheitskr&auml;ften nach einer friedlichen Demonstration in Qamishly 13 hochrangige Mitglieder der ADO verhaftet worden.<\/p>\n<p>Musik als wesentliches Element in der Syr.-Orth. Kirche <\/p>\n<p>Im zweiten Teil seines Vortrages widmete sich Issa Hanna der Musik als wesentliches Element in der Liturgie der syrisch-orthodoxen Kirche, wie auch in der Volksmusik. Bis heute werden in den Messen poetische Werke syrischer Dichter seit dem 4. Jh. gesungen, die in Syrisch\/Aram&auml;ischer Sprache verfasst sind. Syrisch ist ein Dialekt des Altaram&auml;ischen, der bis heute eine lebendige Sprache geblieben ist und besonders f&uuml;r Liturgie und kirchliche Kommunikation gebraucht wird. <br \/>\nSchon in der Vergangenheit h&auml;tten die Kirchenv&auml;ter erkannt, dass musikalische Untermalung von Gebeten die Aufmerksamkeit der Gl&auml;ubigen erh&ouml;he und sich so die Worte leichter ins Ged&auml;chtnis einpr&auml;gten. So konnten fr&uuml;he Dichter durch ihre Kompositionen mit religi&ouml;sen Inhalten und Motiven aus dem heiligen Evangelium zur Unterweisung, Verbreitung und Vertiefung des christlichen Glaubens beitragen. Bereits im 4. Jahrhundert galt Ephrem der Syrer (+373) als Vorreiter der syrisch-orthodoxen Kirchenmusik. Seine religi&ouml;sen Hymnen, geistlichen Dichtungen und Melodien, die er in die Kirche brachte, finden auch heute noch Anwendung in der syrischen Kirchentradition. Er war auch der Erste, der M&auml;dchench&ouml;re ins Leben rief. Seine Ausf&uuml;hrungen untermalte Issa Hanna, indem er den Teilnehmern der Tagung auch Beispiele syrischer Musik pr&auml;sentierte und so die Veranstaltung zu einem lebendigen Ereignis werden lie&szlig;. <\/p>\n<p>Abschlie&szlig;end hatten die Tagungsteilnehmer noch Gelegenheit, Fragen zu den vielschichtigen Ausf&uuml;hrungen zu stellen&nbsp; und &uuml;ber das Geh&ouml;rte zu&nbsp; diskutieren. <\/p>\n<p>Gerade zum besseren Verst&auml;ndnis der Situation der assyrischen Christen in den Heimatl&auml;ndern sind derartige Veranstaltungen immens wichtig f&uuml;r die westliche Bev&ouml;lkerung. Sie zeigen nicht nur, welches kulturelle Erbe der Menschheit durch die Verfolgung der Christen des Nahen Ostens verlorengeht, sondern erinnern auch daran, dass die Verbreitung des christlichen Glaubens erst durch die Assyrer aus dem Orient geschah.&nbsp; <br \/>\n&nbsp;<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Assyrische Christen im Nahen Osten &ndash; Issa Hanna zu Gast beim Quickborn-Arbeitskreis Ein sehr informatives Wochenende erlebten die Teilnehmer der Tagung zum Thema &bdquo;Die Assyrischen Christen und ihre Perspektiven im Nahen Osten&ldquo; am 16.\/17.03.2012 auf Burg Rothenfels am Main. Referent war Issa Hanna, 2. Vorsitzender der Assyrisch Demokratischen Organisation\/Europa (ADO) aus Augsburg. Zu der Veranstaltung &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-1836","post","type-post","status-publish","format-standard","","category-assyrian-news"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ado-world.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1836","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ado-world.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ado-world.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ado-world.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ado-world.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1836"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/ado-world.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1836\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ado-world.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1836"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ado-world.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1836"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ado-world.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1836"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}