{"id":1727,"date":"2011-09-20T20:15:04","date_gmt":"2011-09-20T20:15:04","guid":{"rendered":""},"modified":"2011-09-20T20:22:03","modified_gmt":"2011-09-20T20:22:03","slug":"aktuelle-situation-der-assyrer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ado-world.com\/en\/aktuelle-situation-der-assyrer\/","title":{"rendered":"Aktuelle Situation der Assyrer"},"content":{"rendered":"<div>INFORMATION<br \/>\nAktuelle Situation der Assyrer<br \/>\nIm Irak:<br \/>\nVor der Eroberung durch den Islam vor 1400 Jahren war der Irak ein Gebiet mit rein Assyrisch Christlicher Bev&ouml;lkerung. Christen sind derzeit nur noch mit ca. 3 % vertreten, w&auml;hrend sie vor 100 Jahren noch etwa 25 % ausmachten. Eine Volksz&auml;hlung im Jahr 1987 ermittelte noch 1,4 Millionen Christen im Irak. Schon nach dem zweiten Golfkrieg 1990 verliessen viele Christen das Land wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage unter dem UN-Embargo. Unmittelbar vor dem<br \/>\nEinmarsch der amerikanischen Truppen im M&auml;rz 2003 war ihre Zahl bereits auf etwa 800&rsquo;000 gesunken. Durch die nachfolgende Entwicklung ist ihre Zahl mittlerweile dramatisch geschrumpft auf heute weniger als 350&rsquo;000.<br \/>\nSeit dem Einmarsch alliierter Truppen im M&auml;rz 2003 haben Hunderttausende assyrische Christen wegen der unsicheren Lage im Irak das Land verlassen. Tausende fl&uuml;chten ins Nachbarland Syrien und Jordanien, um von dort aus in sichere Drittl&auml;nder auszuwandern. Man sch&auml;tzt, dass seit dem<br \/>\nBeginn des Krieges im M&auml;rz 2003 &uuml;ber die H&auml;lfte der irakischen Christen das Land verlassen haben. Die Zahl der assyrischen Christen in Bagdad ist von etwa 400&rsquo;000 auf knapp 100&rsquo;000 gesunken. Von 30&rsquo;000 Assyrern in Basra sind nur noch etwa 1000 in der Stadt geblieben. In Mosul, fr&uuml;her etwa 30&rsquo;000 Christen, sollen sich nur noch die H&auml;lfte von ihnen in der Stadt aufhalten. So<br \/>\nwurde der von Unbekannten entf&uuml;hrte Erzbischof von Mosul, Paulos Faraj Rahho, am 13. M&auml;rz 2008 in der N&auml;he von Mosul tot aufgefunden. im Herbst 2008 waren in Mosul 40 Christen gezielt ermordet worden, was zu einem Exodus aus der Stadt f&uuml;hrte. Seit dem Jahr 2003 wurden im Irak 1 Bischof, 15 Pfarrer, &uuml;ber 1000 Zivilisten darunter viele Frauen und Kinder entf&uuml;hrt, gefoltert<br \/>\nund ermordet sowie 66 Kirchen, zum Teil &uuml;ber 1800 Jahre alt, bombardiert und zerst&ouml;rt. Am 31. Oktober 2010 fand in der syrisch Katholischen Kirche Syidat al-Nejat (Erl&ouml;ser Kirche) in Bagdad eine Geiselnahme mit verheerendem Ausgang statt. Bei der Geiselnahme wurden 58<br \/>\nassyrische Christen get&ouml;tet, darunter 2 Pfarrer und ein drei Monate alter S&auml;ugling und weitere 78 Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Am 10. November wurden bei weiteren Bombenanschl&auml;gen auf assyrisch christliche Wohnviertel in Bagdad 7 Personen get&ouml;tet und weitere 33 verletzt. Hoffnung auf Autonomie:<br \/>\nAm 04.Dezember 2010 empfing die AUA in Ankawa\/Irak in einer Konferenz Vertreter der 16 assyrischen Organisationen. Die Konferenzteilnehmer konnten wichtige Aspekte der vielen und damit zusammenh&auml;ngenden wichtigen Fragen des assyrischen Volkes in allen seinen Konfessionen und seiner legitimen Rechte in der historischen Heimat aufgreifen. Sie diskutierten Wege, um auch<br \/>\ndem Versuch, unser Volk durch Vertreibung seiner Heimat zu entwurzeln, entgegen zu stehen<br \/>\nIn der Abschlusskundgebung wurde folgendes gefordert: Die Gr&uuml;ndung einer Provinz f&uuml;r die assyrischen Christen in den Ursiedlungsgebieten in der<br \/>\nNinive-Ebene, in denen unser Volk die Mehrheit der Bev&ouml;lkerung bildet.<\/p>\n<p>Bankverbindung: Thurgauer Kantonalbank Frauenfeld Konto Nr. 15 20 024.732-06<br \/>\nIn der T&uuml;rkei: Das geistliche Zentrum der Assyrer, das syrisch-orthodoxe Kloster Mor Gabriel im Tur Abdin im S&uuml;dosten der T&uuml;rkei, wird zurzeit von mehreren Seiten massiv bedr&auml;ngt. Zum einen bedrohen Bewohner von drei muslimisch-kurdischen Nachbard&ouml;rfern die etwa 70 Bewohner des Klosters.<br \/>\nZum anderen plant der t&uuml;rkische Staat die Schliessung des Klosters und Umwandlung in ein staatliches Museum.<br \/>\nDorfsch&uuml;tzer und Bewohner dreier muslimisch-kurdischer Nachbard&ouml;rfer des Klosters sprechen fast t&auml;glich massive Drohungen gegen das Kloster aus. Die Bewohner des Klosters wurden bereits mehrmals zum endg&uuml;ltigen Verlassen des Klosters aufgefordert. Das Kloster sei ein unerw&uuml;nschtes<br \/>\nZentrum der Ungl&auml;ubigen. Zudem w&uuml;rde das Land, auf dem das Kloster steht, ihnen geh&ouml;ren. Man wolle das Kloster und seine Bewohner dort nicht mehr dulden. Da sie nun gewarnt seien, seien die Bewohner des Klosters selbst schuld, falls ihnen etwas zustossen sollte. Zu Beginn des Jahres 2009 forderte das Finanzamt in Midyat die Enteignung grosser Waldst&uuml;cke<br \/>\n(276 Hektar innerhalb und 60 Hektar ausserhalb das Mauer) des Klosters Mor Gabriel in der s&uuml;d&ouml;stlichen Region Tur Abdin. Nun wurde durch einen Beschluss vom 26.01.2011 legitimiert, dass diese Gebiete dem Kloster tats&auml;chlich entnommen und dem t&uuml;rkischen Staat zukommen werden. Im Kontext der laufenden Enteignungsverfahren gegen das Kloster Mor Gabriel wurde nun<br \/>\nauch ein Strafverfahren gegen Kuryakos Erg&uuml;n, Stiftungsvorsitzender des Klosters, er&ouml;ffnet. Ihm wird die angebliche &quot;Aneignung fremden Bodens&quot; angelastet. Der Prozessverlauf sowie die neusten Entwicklungen sind im Kampf f&uuml;r die Rechte der assyrischen Christen als schwerer R&uuml;ckschlag<br \/>\neinzuordnen. Bereits im Jahr 2006 wurden bei einer Katastrierung So wurde 2\/3 das assyrischen Bodens im Tur Abdin vom t&uuml;rkischen Staat und den Kurden enteignet. Andere Beispiele sind das Kloster Mor Hananyo in Mardin, wo &uuml;ber 3000 Hektar verstaatlicht wurden. Ebenso bei der Kirche<br \/>\nMor Afrem in Bote, wo es 105 Hektar waren. Nach einem Bericht eines t&uuml;rkischen Journalisten vom 6.2.2011 habe das Kloster Mor Gabriel zurzeit 5 Klagen am Hals und viele kleine Gemeinden der Assyrer im Tur Abdin k&auml;mpfen zurzeit mit &uuml;ber 300 Klagen. Viele Assyrische D&ouml;rfer haben &auml;hnliche Probleme mit ihren moslemischen Nachbarn. Zwischen 1976 und 2006 wurden 62 Assyrische Pers&ouml;nlichkeiten get&ouml;tet und 130&rsquo;000 vertrieben (Quelle:<br \/>\nAbrohom Mirza, Dokumentation &uuml;ber Ermordung und Verfolgungen der assyrischen Christen in der T&uuml;rkei, 1976-2007). Der t&uuml;rkische Staat arbeitet dabei mit dem Begriff ,,Morde unbekannter T&auml;ter&ldquo;. Dies bedeutet, dass trotz vorhandener wichtiger Beweise und Zeugenaussagen die Ermittlungsverfahren oftmals ergebnislos eingestellt und zu ,,Verbrechen unbekannter T&auml;ter&ldquo;<br \/>\nerkl&auml;rt werden. So gibt es immer noch 62 ungekl&auml;rte Mordf&auml;lle an assyrische Christen zwischen 1967&ndash;2007. Im Tur Abdin leben heute nur noch 2 Bisch&ouml;fe, 7 Pfarrer, 9 M&ouml;nche, 22 Nonnen, 14 Lehrer, 280<br \/>\nSch&uuml;ler, 47 Kleriker, 9 Studenten. Es bestehen noch 16 rein Assyrische D&ouml;rfer mit 10 B&uuml;rgermeistern und 414 Familien (1690 Personen).<\/div>\n<div>\nADO Schweiz Frauenfeld 2011 &ndash; Assyrisch 6761<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>INFORMATION Aktuelle Situation der Assyrer Im Irak: Vor der Eroberung durch den Islam vor 1400 Jahren war der Irak ein Gebiet mit rein Assyrisch Christlicher Bev&ouml;lkerung. Christen sind derzeit nur noch mit ca. 3 % vertreten, w&auml;hrend sie vor 100 Jahren noch etwa 25 % ausmachten. Eine Volksz&auml;hlung im Jahr 1987 ermittelte noch 1,4 Millionen &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2196,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1727","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","","category-news"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/ado-world.com\/en\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2011\/09\/hend_1_007.gif","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ado-world.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1727","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ado-world.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ado-world.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ado-world.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ado-world.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1727"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/ado-world.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1727\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ado-world.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2196"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ado-world.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1727"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ado-world.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1727"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ado-world.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1727"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}