{"id":1637,"date":"2011-04-23T17:38:20","date_gmt":"2011-04-23T17:38:20","guid":{"rendered":""},"modified":"2011-04-23T17:38:20","modified_gmt":"2011-04-23T17:38:20","slug":"pressemeldung-uber-seyfo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ado-world.com\/en\/pressemeldung-uber-seyfo\/","title":{"rendered":"PRESSEMELDUNG-\u00fcber Seyfo"},"content":{"rendered":"<div>\n<p style=\"line-height: 108%\"><span lang=\"AR-SY\" style=\"font-family: 'Varanda'; color: #666666; font-size: 11pt\"><i>Man nahm ihnen nicht nur das Leben und die Heimat. Selbst ihren Namen lie&szlig; man ihnen nicht! <\/i><\/p>\n<p>Augesburg(Duitsland) &#8211; ZAVD ++<\/span> <span lang=\"AR-SY\" style=\"font-family: 'Varanda'; color: #000000; font-size: 11pt\">Die Assyrer gedenken am 24. April auf der ganzen Welt den Opfern des V&ouml;lkermords (assyrisch: Sayfo &ndash; Das Schwert) von 1915. Vor 96 Jahren fasste die jungt&uuml;rkische Partei \u0130ttihad ve Terakki (&bdquo;Komitee f&uuml;r Einheit und Fortschritt&ldquo;) den Beschluss sich ihrer inneren Feinde, den Christen, zu entledigen. <\/p>\n<p>Die im Jahre 1908 formierte Partei der Jungt&uuml;rken, die sich bei ihrer Gr&uuml;ndung auf die Prinzipien der Gleichheit, Freiheit, Gerechtigkeit und Br&uuml;derlichkeit berief, beraubte &uuml;ber 500.000 Assyrern, 1,5 Millionen Armeniern und hunderttausenden Pontus-Griechen ihres Lebens. Zu den Gr&uuml;nden des V&ouml;lkermords schreibt der Deutsche Oberlehrer Dr. Niepage 1916: &bdquo;Dem Jungt&uuml;rken schwebt das europ&auml;ische Ideal eines einheitlichen Nationalstaates vor. Die nicht-t&uuml;rkischen mohammedanischen Rassen, wie Kurden, Perser, Araber usw. hofft er auf dem Verwaltungswege und durch t&uuml;rkischen Schulunterricht unter Berufung auf das gemeinsame mohammedanische Interesse t&uuml;rkifizieren zu k&ouml;nnen. <\/p>\n<p>Die christlichen Nationen, Armenier, Syrer, Griechen, f&uuml;rchtet er wegen ihrer kulturellen und wirtschaftlichen &Uuml;berlegenheit und sieht in ihrer Religion ein Hindernis, sie auf friedlichem Wege zu t&uuml;rkifizieren. Sie m&uuml;ssen daher ausgerottet oder zwangsweise islamisiert werden&ldquo;. So unertr&auml;glich die genannten Motive erscheinen m&ouml;gen, viel schlimmer kommt den Nachfahren der christlichen Opfer die weitere Politik der Republik T&uuml;rkei vor. Weder der von ihr ratifizierte Lausanner Vertrag von 1923, noch sonstige v&ouml;lkerrechtliche Vertr&auml;ge, die dem Schutz von Minderheiten und der Religionsfreiheit dienen, werden beachtet. <\/p>\n<p>Eines ist sicher: Die heutige T&uuml;rkei kann sich von den Verbrechen der Jungt&uuml;rken in den Jahren 1914 bis 1923 nicht reinwaschen, weil sie die Politik der Vernichtung und Vertreibung fortgef&uuml;hrt hat. Bis heute begegnet sie den Assyrern, Armeniern und Pontus-Griechen feindselig und diskriminierend gegen&uuml;ber. Durch Geschichtsverf&auml;lschung und Verleugnung werden aus Opfern T&auml;ter gemacht. Unmittelbar nach der Republiksgr&uuml;ndung lie&szlig; sie unter dem Deckmantel des Laizismus die St&auml;dte- und D&ouml;rfernamen &auml;ndern. <\/p>\n<p>Die &bdquo;Nationalisierung&ldquo; der Ortsnamen begann 1920 und wurde in dem Zeitraum zwischen 1956 und 1978 vorangetrieben. Die meisten &Auml;nderungen wurden in der Schwarzmeerregion und Ost- und S&uuml;dostanatolien durchgef&uuml;hrt. In der Schwarzmeerregion lebten vor dem V&ouml;lkermord von 1915 vornehmlich Pontus-Griechen und Armenier, wobei die Siedlungen und Orte griechische und armenische Namen hatten. In Ost- und S&uuml;dostanatolien, wo &uuml;berwiegend Assyrer, Armenier und andere Volksgruppen lebten, &auml;nderte man die Ortsnamen, da diese assyrischen, armenischen, kurdischen, persischen oder arabischen Ursprungs waren. Allein bis 1978 sind die Namen von insgesamt 28.000 Siedlungen und D&ouml;rfern ge&auml;ndert worden. Die t&uuml;rkische Tageszeitung Milliyet berichtete am 25. Mai 1986, dass zwischen November 1985 und dem Erscheinungsdatum der Ausgabe insgesamt 12.861 Ortschaften umbenannt wurden. <\/p>\n<p>Die Quote f&uuml;r S&uuml;dostanatolien habe 80,65 Prozent betragen, w&auml;hrend in der Region Ankara 13,39 Prozent der Ortschaften von einer Namens&auml;nderung betroffen gewesen seien. Doch weder die Vernichtung und Vertreibung Unschuldiger, noch die &Auml;nderung der St&auml;dte- und D&ouml;rfernamen, haben den Hass der t&uuml;rkischen Machtapparate gestillt. Vielmehr realisierten sie, den bereits am 16. August 1916 durch das Komitee f&uuml;r Einheit und Fortschritt verabschiedeten Beschluss, s&auml;mtliche christlichen Namen zu mohammedanisieren und aus den Registern auszul&ouml;schen. <\/p>\n<p>Durch das Gesetz Nr. 2525 Zwang die Republik T&uuml;rkei die F&uuml;hrung t&uuml;rkischer Familiennamen auf. Bereits der deutsche Missionar Dr. Johannes Lepsius schreibt in seinem Buch &bdquo;Deutschland und Armenien 1914 &#8211; 1918&ldquo;: &bdquo;Vom Schwarzen Meer bis nach Syrien ist der Christenname ausgel&ouml;scht, die Kirchen geschlossen, die Schulen entleert, die Priester und Prediger get&ouml;tet oder verschickt. Von wenigen Lavantest&auml;dten abgesehen, ist ganz Anatolien islamisiert. Die christlichen Namen in den Registern ausgel&ouml;scht und durch mohammedanische ersetzt.&ldquo; Personen, die nach Einf&uuml;hrung des Gesetzes Nr. 2525 t&uuml;rkische Familiennamen nicht wollten, wurden mit Geld- und Freiheitsstrafen gef&uuml;gig gemacht. <\/p>\n<p>Die einzigen Gr&uuml;nde f&uuml;r diese &bdquo;Reformen&ldquo;, sind insbesondere das Verwischen und Vernichten der christlichen Kultur in der T&uuml;rkei. W&auml;hrend der Anteil der Christen in der Republik T&uuml;rkei nach einer Statistik von 1909 bei etwa 30 % lag, betr&auml;gt er heute nicht einmal 0,015 %. Die Zahl der Assyrer wird auf etwa 20.000 bis 25.000 auf dem Gebiet der heutigen T&uuml;rkei gesch&auml;tzt, w&auml;hrend sie vor 1915 etwa 1 Million betrug. Die EU- Beitrittskandidatin T&uuml;rkei, die nach au&szlig;en durch zahlreiche Gesetzesreformen den Anschein der Demokratisierung erweckt, unternimmt alles, um die letzten Assyrer aus ihrer Heimat zu vertreiben. <\/p>\n<p>So wurden dem Kloster Mor Gabriel in Scheinprozessen zuletzt im Februar 2011 etwa 52 Hektar Land weggenommen und dem t&uuml;rkischen Staat zugesprochen. Trotz aller Proteste europ&auml;ischer Politiker, Kirchenvertreter und Menschenrechtsorganisationen gegen den willk&uuml;rlichen Prozess, bleibt der t&uuml;rkische Staat hart. Mit der Enteignung vom Kloster Mor Gabriel sollen die restlichen verbliebenen Assyrer eingesch&uuml;chtert und zum Verlassen ihrer Heimat gen&ouml;tigt werden. Im Hinblick auf diese Fakten haben wir als Zentralverband der Assyrer erhebliche Zweifel an der Ernsthaftigkeit des eingeleiteten Demokratisierungsprozesses in der Republik T&uuml;rkei. <\/p>\n<p>Um ihre Glaubw&uuml;rdigkeit herzustellen, appellieren wir an die T&uuml;rkei, dem Kloster Mor Gabriel die enteigneten Grundst&uuml;cke wieder zur&uuml;ck zu geben und die Politik der Vertreibung, Vernichtung und Verleugnung aufzugeben und den V&ouml;lkermord von 1915 anzuerkennen. Dar&uuml;ber hinaus appellieren wir an die Europ&auml;ische Union, den Vereinigten Staaten von Amerika und allen demokratischen Kr&auml;ften ein sorgsames Auge auf die Politik der Republik T&uuml;rkei zu werfen und sie bei der Gew&auml;hrleistung von Minderheitenrechten zu unterst&uuml;tzen. <\/p>\n<p>Augsburg, 23.04.2011 (23.01.6761) <\/p>\n<p><\/span><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man nahm ihnen nicht nur das Leben und die Heimat. Selbst ihren Namen lie&szlig; man ihnen nicht! 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